»Ich hab’ immer davon geträumt, dass die Leute unsicher lachen«

Berlinale: Über seinen neuen Film »Andrea lässt sich scheiden«, stechende Stimmen auf dem Land und einen Kreisverkehr mit Zwiebelskulptur. Ein Gespräch mit Josef Hader.

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»Ich hab’ immer davon geträumt, dass die Leute unsicher lachen«
Berlinale: Über seinen neuen Film »Andrea lässt sich scheiden«, stechende Stimmen auf dem Land und einen Kreisverkehr mit Zwiebelskulptur. Ein Gespräch mit Josef Hader
Interview: Eileen Heerdegen

Deine erste Regiearbeit, »Wilde Maus«, war 2017 zur Berlinale eingeladen, auch der neue Film wird jetzt in Berlin uraufgeführt.

Ich bin schon sehr froh darüber, alles andere wäre gelogen. Es ist eine gute Werbung, und ich freu’ mich auch, dass ich der Birgit Minichmayr das bieten kann. Ein Schauplatz für die Premiere, wo sie hingehört. Letztes Mal war mein Film im »Wettbewerb«, jetzt in der »Panorama«-Sektion, vielleicht ist das auch der richtigere Platz.

Beide Filme sind Tragikomödien und doch sehr verschieden. »Wilde Maus«, da war jemand einfach sehr wütend, verzweifelt, aber eher männlich-aggressiv.

Das liegt daran, dass die Hauptfigur in »Wilde Maus« ein Luxusproblem hat und kein echtes. Der bläst sich selbst ein Erste-Welt-Problem zur großen Tragödie auf und wird dadurch zu einer komischen Figur. In »Andrea lässt sich scheiden« wird neben der Komödie ein viel schwereres Problem verhandelt.

Oder ist dein Lebensgefühl jetzt ein anderes? »Europas enges Herz« im Bühnenprogramm, ich sehe da eine gewisse Verzweiflung. Und in »Andrea lässt sich scheiden« geht es um Schuld und Sühne. Andrea, die Dorfpolizistin, die einen tödlichen Fehler begeht und vertuscht, von dieser Schuld aber nicht loskommt, dann Ihre Rolle, der desillusionierte, einsame Lehrer, der trockene Alkoholiker Franz, der sich diese Schuld umhängen lässt und darin geradezu einen Ausweg aus seiner Verzweiflung sieht.

Man könnte aber auch ganz banal sagen, es passiert endlich was in seinem Leben. Bevor gar nix passiert, ist er froh, dass wenigstens was Schlimmes passiert.

Hat Franz eine Frau?

Nein. Wahrscheinlich hat er nie eine echte Beziehung gehabt. Es muss irgendwas passiert sein, irgendeine falsche Weggabelung hat er erwischt. Dieser Film versucht, mehr Drama zu sein als der vorherige und zu schauen, welche Komödie dann entsteht. Im Grunde bin ich mehr eine Spielernatur, die Dinge ausprobieren möchte. Ich möchte nichts wiederholen, und ich möchte manchmal ein bisschen das Risiko erhöhen.

Schuld und Sühne?

Ich bin am Land groß geworden und mit beidem konfrontiert worden. Dort ist man dem härter ausgesetzt als in der Stadt. Als Frau noch härter als ein Mann.

Die politischen Ereignisse treiben dich zur Zeit nicht besonders um?

Eine persönliche Befindlichkeit ist natürlich immer vorhanden, aber sie soll bei mir auf der Bühne nie direkt ablesbar sein. Ganz als junger Mann habe ich ein Programm gemacht, »Bunter Abend«, das war eine vollkommene Vernichtung des traditionellen Kabaretts. Ein Kabarettist, der sich auf der Bühne betrinkt und dann wirklich verzweifelt die Leute beschimpft. Ich hab’ den Deutschen Kleinkunstpreis bekommen, aber in den traditionellen Kabarettheatern sind die Leute hinausgelaufen. Dieter Hildebrandt hat das Programm angeschaut, hat sich dann mit mir die ganze Nacht zusammengesetzt, er war der Meinung, das ist mein letztes Programm, ich kann ja danach nichts mehr machen. Aber ich habe ihm gesagt, dass ich nur ausprobiere, ich probiere nur, etwas auseinanderzunehmen. Ich denke, Satire soll genau das, einfach was komplett auseinandernehmen. Natürlich hat man eine Wut und auch eine gewisse Ratlosigkeit der Zeit, der Entwicklung der letzten Jahre gegenüber, aber ein Programm entsteht ja nicht aus der Verzweiflung, sondern eher aus dem Wunsch, sich adäquat gegen diese Zeit verteidigen zu können. Sie irgendwie in den Griff zu kriegen, auch für sich selbst. Das Schöne an einem Kabarett zu einem großen Thema ist, dass man sich selbst in dieses Thema hineinschreiben und zuerst einmal selbst ein bissl klüger werden kann. Ob es dann die anderen werden, da kann man nur Vermutungen anstellen.

Ausgerechnet das provinzielle St. Pölten als Sehnsuchtsort für Andrea, die Polizistin vom Land. Die Niederösterreichischen Nachrichten zitieren dich mit dem Satz: »Als Kontrast zu den Drehorten im Weinviertel wird hier das moderne St. Pölten erzählt, das unser kleines Manhattan ist«. Satire?

Das ist eine Anspielung auf das Regierungsviertel. St. Pölten wurde in den 90ern plötzlich Regierungssitz (vorher war es Wien, red.), und sie haben auf Teufel komm raus ein ganzes Verwaltungsviertel hingeknallt. Eine kleine Berlin-Geschichte eigentlich. Bauten, die völlig verlassen sind in der Nacht – das würde ich jetzt dem Regierungsviertel in Berlin auch unterstellen. Untertags ein paar Lokale für Businesslunch, aber sonst sind das völlig verlassene Orte.

Warum Weinviertel?

Man fährt herum und sucht nach einer Landschaft, die man gerne im Film sehen möchte. Ich wollte unbedingt St. Pölten mit diesem Regierungsviertel als Stadt haben, aber rundherum ist alles so zersiedelt, so unruhig. Das Weinviertel ist eine ruhigere Landschaft, wo die Leute eventuell auch bissl isolierter sind, und da sind diese Straßendörfer. Einfach phänomenal, ganz schmale Fassaden, kleine Fenster, die Leute leben eigentlich Richtung Hinterseite, dort sind die Höfe, in denen sie zusammensitzen. An der Straßenseite sind oft nicht einmal Blumen, nicht mal Platz für Parkplätze. Und über den eingeschossigen Häusern der Horizont. Es gibt kein Zentrum, man fährt wie durch eine Westernstadt. Das ist eigentlich ein schönes Bild für die Isolation, die man auf dem Land auch hat.

Im aktuellen Kabarettprogramm»Hader on Ice« besitzt du angeblich einen renovierten Pfarrhof im Weinviertel. Eine Anspielung auf Peter Turrini?

Ich habe ihn dort schon besucht. Aber es ist ein Winzerhaus, ein sehr schönes natürlich. Der Pfarrhof kommt eher aus meiner Lebensgeschichte heraus, ich hab’ mir überlegt, was ich renovieren würde, wenn ich diesen verhängnisvollen Drang nach einem Landsitz hätte, den ich Gottseidank nicht habe. Ich komme ja von einem Bauern­hof, ich finde das Land nur ein paar Stunden angenehm, dann wird’s beklemmend. Aber wenn, wär’ ich nicht der Typ, der ein ganzes Schloss kaufen würde, wie die großen Künstler, der Nitsch oder der Haneke. Eher einen Pfarrhof, das passt besser zu mir, ich hab’ ja einen Predigerberuf. Ab dem neuen Jahrtausend war es schick in Berlin, in die Uckermark oder nach Brandenburg zu ziehen, und so ist es in Wien schick geworden, ins Weinviertel oder Waldviertel zu ziehen. Die hippen Wiener machen gern den Lebensstil der hippen Berliner nach. Ich wollte gleich in den ersten Sätzen der Show einen Josef Hader zeigen, der irgendwo selbstzufrieden auf dem Land versülzt, das war der ganze Zweck.

Eine schöne Gegend, aber auch Einöde. Du triffst den Dialekt und die oft seltsam hohen Stimmen sehr genau.

Das betrifft nicht nur diese Gegend, es betrifft die Provinz generell – da muss man sich manchmal von weiter entfernt etwas zurufen, sozusagen von Acker zu Acker. Sie haben dadurch oft höhere Stimmen, Männer wie Frauen. Das klingt für Auswärtige dann ein bisschen brutal. Aber mit leise kommt man nicht weit auf dem Land. Die Frauen schon gar nicht, wenn sie sich in dieser männerdominierten Gesellschaft durchsetzen wollen. Aber diese Beobachtung ist nicht von mir, die ist gestohlen von Thomas Bernhard. Bernhard schreibt in »Frost« über die Stimmen am Land, »die spitz sind und zustechen, in einen hineinstechen«. »Frost« ist mein Lieblingsbuch von ihm, das ist die Ursuppe, wo alles herumschwimmt an Ideen. Er schreibt nach seiner Gedichte­phase seinen ersten Roman, es klingt noch nicht nach Thomas Bernhard, manchmal klingt’s auch ein bisschen nach Kafka, er ist noch nicht ganz fertig, er sucht noch. Es hat noch nicht diesen typischen Bernhard’schen, ich sag’ einmal Landlerton, diesen retardierenden, der in sich ruht. Sondern einen, der mit Sprache die ganze Welt erfassen will.

Apropos der Franz ist falsch abgebogen – ein in mancher Hinsicht zentraler Drehort ist der Kreisverkehr mit Zwiebelskulptur in Unterstinkenbrunn. Realsatirische Eigenwerbung: »Die Materialästhetik der Skulptur zielt nicht auf die kulturelle Überhöhung der Zwiebel als Naturprodukt, sondern verweist in erster Linie auf den Standort des Kunstwerks: Blech, Lack und Glas integrieren die Automobilität der Straße.«

Der Künstler hat sich erklärt, das ist immer der Fehler. Ich finde ja, unten sieht die Knolle mehr aus wie ein Knoblauch. Die Blüte oben wie ein Coronavirus. Und in der Nacht fast wie eine Palme in Las Vegas.

Das Gasthaus ist genau daneben.

Ja, genau, wir waren auf der Suche nach einem Gasthaus für die große Geburtstagsfeier am Anfang des Films und haben dann diesen Kraftort entdeckt.

Wunderbar, wie Maria Hofstätter dort tanzt.

Die Maria tanzt das wie einen persönlichen Kurzurlaub. Man hat das Gefühl, sie ist jetzt einmal kurz in Italien oder Spanien, wo man sich ein bisschen gehen lässt. Die Maria macht so viel aus ihrer Rolle! Es geht um Verletzungen und Kränkungen, die die Mitzi da erleiden muss. Damit wird ja heutzutage auch erfolgreich Politik gemacht, weltweit. Diese Figur ist mit der Maria viel besser geworden als im Drehbuch, ein ganzer Mensch mit seinen Hoffnungen und Enttäuschungen. Ich bin aber mit allen und auch mit den sogenannten Nebenfiguren so glücklich, zum Beispiel der Bauer mit den toten Kälbern. Der ist aus meinem Heimatort. Kein hauptberuflicher Schauspieler, der arbeitet eigentlich in einer Molkerei. Ich hab’ so ein Glück mit diesem Cast!

Mir gefällt die Uneindeutigkeit von Figuren – bei Robert Stadlober weiß man nicht, ob er einsam und sehr sehnsüchtig ist oder ein fieser Erpresser.

Ja! Man weiß es nie genau. Das spielt der Robert herrlich! Er richtet gänzlich unabsichtlich einen Schaden an. Das entspricht auch meiner Erfahrung, die ich als Kind auf dem Land gemacht habe. Ich war vielleicht ein etwas dünnhäutigeres, sensibleres Kind und da kommt’s dann zu Verletzungen. Von den Eltern, von Mitschülern natürlich, von anderen Leuten am Land. Das war mir immer ein bissl zu brutal. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass da richtig so eine Bosheit dahintersteckt, eher so Elefanten im Porzellanladen. Die hatten sich im Gegensatz zu mir eine dickere Haut wachsen lassen, um alles auszuhalten, aber mit dieser dickeren Haut spüren sie halt viele Dinge nicht. In der Stadt ist es nicht besser, nur gibt es hier die Möglichkeit, sich vorwiegend mit gleichgesinnten Menschen zu umgeben. Das deformiert dann halt anders.

In der Vorabvorführung war »Andrea« von Fabrizio De André musikalischer Mittelpunkt der Dorfdisco. In der Endfassung fehlt es.

Es war im Rohschnitt, aber es ist leider nicht möglich, die Rechte zu kriegen. Wir haben uns von einem großartigen Berliner Musiker dann ein ähnliches Lied schreiben lassen. In den 70er Jahren begann das Phänomen der Urlaubshits. Heutzutage wird das absichtlich produziert, aber »Andrea« war kein geplanter Hit. Es ist mehr so hineingerutscht, wegen der gezupften Mandolinen und weil niemand italienisch konnte. Niemand wusste, dass Andrea ein Mann ist, dass es um eine Beziehung zwischen zwei Männern im Ersten Weltkrieg geht. Das war sogar bei uns im Dorfwirtshaus in der Jukebox. Peter Alexander hat dann eine Coverversion gesungen, selbstverständlich heterosexuell.

Du erwähntest den Bauern mit den toten Kälbern – eine wirklich tragische Szene. Wie schaffst du es, aus traurigen Dingen etwas zum Lachen zu machen, aber gleichzeitig zu verhindern, dass das Publikum entlarvende Äußerungen missversteht und an falscher Stelle mitlacht?

Ich hab’ vor dem Schreiben so ganz große Satire im Auge, so wilde, große Vorbilder. Die frühen Satiriker, an der Schwelle der Aufklärung. In Deutschland wär’ das so jemand wie Grimmelshausen, in England und Irland ist das Jonathan Swift. Den les’ ich immer, bevor ich ein neues Programm beginne. Der schreibt wie eine Rasierklinge, da kriege ich gleich den richtigen Ansatz. Swift schreibt zum Beispiel zur Hungersnot in Irland, die Iren sollten ihre Kinder ein Jahr mit Muttermilch mästen und sie dann an die englischen Gutsbesitzer als Sonntagsbraten verkaufen, bevor sie die Nahrung der anderen verbrauchen. Es muss ungemütlich sein in guten Witzen. Es gibt Witze, die ruhen sich in sich selbst aus, und da passiert dann nicht das Richtige im Publikum.

Beim Film ist es etwas anders. Für eine realistische Komödie genügt es eigentlich, die Dinge so zusammenzusetzen, dass sie nicht zusammenpassen und das dann ernsthaft zu spielen. Es genügt, das Leben abzubilden, wo ja auch nichts zusammenpasst. Und schon entsteht was Komisches. Mitten in der Tragik. Das ist ein etwas anderer Bauplan als in einem kabarettistischen Monolog, der komprimiert und zugespitzt sein muss. Ich hab’ als Schüler Kabarett über Lehrer gemacht, das war natürlich sehr populär, aber schon damals hatte ich das Gefühl, es müsste sich auch gegen die Schüler richten. Also gegen die Mehrheit, die drinnen sitzt. Oder gegen mich auf der Bühne. Ich hatte immer schon eine Abneigung gegen diese Tendenz von Kabarett, in einem geschützten Raum über Leute zu lachen, die nicht da sind. Wo eigentlich dasselbe passiert wie im Bierzelt, kommunikationstechnisch gesehen. Wo es nur um Bestätigung und Selbstvergewisserung geht.

Die Kritik bei der Vorabvorführung war teilweise recht anmaßend, bis hin zu Kameraeinstellungen. Nervt das?

Nein, ich bin in dieser speziellen Situation eher froh, wenn keine gewichtige Kritik kommt. Manche Leute reden ja im Publikumsgespräch über den Film, als würden sie eine Restaurantkritik posten, aber ich verzeih’ ihnen alles, ich bin nur glücklich, dass keine schweren Probleme da sind. Wenn bei einem Einwand die Leute daneben nicht nicken, sondern eher mit dem Kopf schütteln, dann weiß ich, das ist nur eine Einzelmeinung. Solche Beobachtungen sind viel besser als ein Fragebogen. Wir haben auch kleine Screenings mit Leuten aus der Filmszene gemacht, diese Meinungen waren besonders hilfreich. Irgendwann kommt man dahin, dass man nichts mehr ändern möchte, ein bisschen ekelt es einen auch schon vor dem eigenen Film. Dann sollte man aufhören und sagen: So ist er jetzt.

Die Drehzeit war für österreichische Verhältnisse sehr luxuriös, wir hatten 33 Drehtage, Fernsehfilme haben 21, »Tatort« oder sowas. Wir hatten auch viel Zeit beim Schneiden und in der Nachbearbeitung. Wir hatten keinen Druck – Zeit ist ein wichtiger Faktor, wenn man keine Routine als Regisseur hat, so wie ich. Ich freu’ mich drauf, den Film mit Publikum zu sehen, vorher war alles so isoliert. Man war lange im Schnitt, dann hat man am Ton gearbeitet, es gab zwei Screenings, aber man hat noch kein Gefühl dafür, wie er vor Publikum funktioniert. Ich hab’ immer davon geträumt, dass die Leute, die drinnen sind, lachen, aber unsicher lachen. Wie manchmal in meinem Programm.

Hattest du beim Schreiben bestimmte Schauspieler im Kopf?

Ja. Sicher die Birgit, sicher die Maria Hofstätter, mich auch, im Lauf des Schreibens dann immer mehr.

Hättest du auf Birgit Minichmayr gewartet, wenn sie keine Zeit gehabt hätte?

Ich hab’ ein halbes Jahr gewartet. Ganz am Anfang hatte ich die Idee, Andrea sollte eine Schülerin von Franz sein und habe kurz nach einer jüngeren Schauspielerin gesucht. Aber von der Idee bin ich bald abgekommen, und ab da hab’ ich gewusst, das muss die Birgit sein. Weil die Birgit nicht nur eine große Schauspielerin ist, sondern auch diese absolute Land-Credibility hat. Sie wirkt nicht wie eine hingespuckte Stadtschauspielerin, bei ihr weiß man, die kennt sich aus am Land. Gleichzeitig ist die Birgit aber auch das absolute Gegenteil von bodenständig. Sie kann gut jemand Ungefestigten verkörpern. Eine Frau, der man alles zutraut.

Wenn sie nach dem Unfall im Bett liegt und wartet. Nichts passiert, aber man weiß alles.

Birgit kann inwendig spielen, sie macht nichts, und man weiß dennoch, in ihr brodelt es. Man weiß vielleicht nicht genau, was in ihr vorgeht, aber es ist immer eine kleine bange Frage, ob da gleich was explodiert.

Dieses trotzige …

Ja, ja, wie ein kleiner Soldat. Wie ein Cowboy geht sie durch die Männerwelt.

Ich will nicht spoilern, aber Franz gibt die Schuld am Ende dann doch zurück, und es scheint, dass beide in ein neues Leben gehen können.

Ja, genau. Beide waren eine Hilfe füreinander. Der hilfloseste Mann von allen ist am Schluss doch eine Hilfe. Schlüsse sind so eine Sache, wir haben eigentlich immer mehrere Varianten im Kopf gehabt, wann das enden könnte, es hätte auch schon eine Szene vorher aufhören können. Das ist immer so eine Frage, wie lässt man die Figuren aus dem Film raus, und ich hab’ mir gedacht, hier ist jetzt ein guter Moment.